Czytaj książkę: «Flüstern der Natur»

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Flüstern der Natur

Sri Aurobindo

Die Mutter

Andere Autoren

Sri Aurobindo Digital Edition

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Erwachen der Natur

Die Schöpfung

Er ist in dir – Er ist du

Dies ist das Geheimnis der Natur

Die Welt der Materie

Partikel Gottes

Verborgenes Bewusstsein

Die Welt der Pflanzen

Geheimnisvolle Welt der Pflanzen

Das Verlangen nach Licht

Duftende Gebete

Die Welt der Tiere

Instinkt in Tieren

Wunderbare Geschöpfe

Perversion beginnt mit der Menschheit

Tiere verstehen

Nähe zu Tieren

Eins mit der Natur

Zwiesprache mit der Natur

Strahlende Reinheit

Das Ende des Lebens - Der Anfang des Überlebens

Der Mensch jenseits des Menschen

Höher hinausstreben

Der Mensch – das höhere Wesen

Kontakt der Liebe

Anhang

Wir danken

Quellennachweis

Sri Aurobindo Digital Edition

Impressum

Editor: Vijay

© 1990 Sri Aurobindo Society Pondicherry

Herausgegeben vom Sri Aurobindo Buchhandel

Verlag Hesslinger und Schuh

Übersetzung aus dem Englischen:

Wilfried Huchzermeyer

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Digitale Publikation

ISBN 978-3-937701-89-9

© 2018 AURO MEDIA

Verlag und Fachbuchhandel Wilfried Schuh

www.auro.media

verlag@auro.media

Berchtesgaden, Deutschland

© aller Fotos und Schriften Sri Aurobindos und der Mutter:

Sri Aurobindo Ashram Trust

Indien, Puducherry

Alle Rechte vorbehalten


Erwachen der Natur

Das ganze Dorf war im Garten des Bildhauers versammelt. Sie hatten sich an ihn gewöhnt, an das Meiseln, Hämmern, Kratzen und Schaben. Aber heute war es anders. Wo zuvor ein großer, harter Felsbrocken lag, stand nun eine lebendige Göttin, schön und strahlend, in das sanfte Licht der Morgensonne gehüllt. Sie waren der Sprache beraubt und vermochten ihre Augen nicht vom Wunder zu lösen.

Der Zauber wurde von einer sanften, erstaunten Stimme gebrochen:

„Aber woher wussten Sie, dass sie sich im Inneren verbirgt?“

Der Bildhauer lächelte mit entrücktem Blick:

„Weil ich sie im Inneren sah.“

* * *

Was ist die Natur? Was verbirgt sich in ihr? Wir haben in diesem Buch versucht, eine Antwort auf diese Fragen zu finden – in den Tieren, den Pflanzen und selbst den Steinen, die scheinbar leblos und unbewusst sind, die verborgene, jedoch vibrierende Energie wahrzunehmen, das wachsende Leben, das suchende Bewusstsein – die unendlichen Stimmungen und Ausdrücke der Natur zu verstehen und zu lieben – ihr nahe zu kommen durch die Felsen, die Bäume, die Insekten, die Tiere, die Sonne, den Wind, den Regen und den Sturm; und schließlich – eine klarere Schau zu haben von der verborgenen Göttin, der Göttlichen Gegenwart.

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Wir danken Autoren, Verlegern, Photographen und anderen Mitarbeitern für ihre Hilfe bei der Herausgabe dieses Buches.

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Die Schöpfung

Er ist in dir – Er ist du

Fürchte dich nicht, zweifle nicht, sorge dich nicht, denn in deinem Scheinkörper ist Einer, der Welten mit einem Atemzug erschaffen und zerstören kann...

Eine strahlende Sonne geht über dem Horizont auf. Es ist dein Herr, der zu dir kommt.

Die ganze Welt erwacht und streckt sich in Wonne beim Kontakt seiner Herrlichkeit.

Wie die Erde, die sich hebt und öffnet, wie der Baum, der wächst, wie die Blume, die blüht, wie der Vogel, der singt, wie der Mensch, der liebt, lass Sein Licht dich durchdringen und durchstrahlen in immer wachsendem und sich weitendem Glück, in einer Freude, die sich stetig voran bewegt wie die Sterne am Himmel.

Die Mutter

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Blick auf zur Sonne; Er ist dort in jenem wunderbaren Herzen des Lebens und Lichtes und Glanzes. Sieh des Nachts die zahllosen Konstellationen, die leuchten wie viele heilige Wachfeuer des Ewigen in der grenzenlosen Stille, die keine Leere ist, sondern pocht mit der Gegenwart einer einzigen, ruhigen und gewaltigen Existenz; schau dort Orion mit seinem Schwert und Riemen, leuchtend wie einst den arischen Vorvätern vor zehntausend Jahren zu Beginn des arischen Zeitalters; schau Sirius in seinem Glanz, und Lyra Millionen von Meilen entfernt im Ozean des Raumes segelnd. Denk daran, dass diese zahllosen Welten – die meisten von ihnen mächtiger als unsere eigene – mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit wirbeln auf Geheiß jenes Urahns, und er allein weiß, wohin, und dass sie doch millionenfach älter sind als dein Himalaya, beständiger als die Wurzeln deiner Hügel, und dass sie dies bleiben werden, bis Er auf seinen Willen hin sie abschütteln wird wie welke Blätter vom ewigen Baum des Universums. Stell dir die Endlosigkeit der Zeit vor, erkenne die Grenzenlosigkeit des Raums; und dann denk daran, dass, als diese Welten nicht waren, Er war, derselbe wie jetzt, und wenn diese nicht sind, Er sein wird, immer noch derselbe; sieh, dass jenseits von Lyra Er ist, und weit fern im Raum, wo die Sterne des Kreuzes des Südens nicht gesehen werden können, ist Er doch da. Und dann komm zurück zur Erde und erkenne, wer Er ist. Er ist dir ganz nahe. Sieh dort den alten Mann, der nahe an dir vorübergeht, gebückt und gebeugt, mit seinem Gehstock. Erkennst du, dass dies Gott ist, der da vorübergeht? Dort lacht ein Kind und läuft im Sonnenlicht. Kannst du Ihn hören in jenem Lachen? Ja, Er ist dir noch näher. Er ist in dir, Er ist du. Du selbst bist es, der dort Millionen von Meilen entfernt in den unendlichen Weiten des Raumes brennt, der mit sicheren Schritten wandelt auf den rollenden Wogen des Äthermeeres; du bist es, der die Sterne an ihren Ort gesetzt hat und das Halsband der Sonnen gewebt hat, nicht mit Händen, sondern durch jenen Yoga, jenen stillen handlungslosen unpersönlichen Willen, der dich heute hierher gebracht hat und dich veranlasst, mir zuzuhören. Blick auf, o Kind des Yoga alter Zeiten, sei nicht mehr ein Zauderer und Zweifler; fürchte dich nicht, zweifle nicht, sorge dich nicht; denn in deinem Scheinkörper ist Einer, der Welten mit einem Atemzug erschaffen und zerstören kann.

Sri Aurobindo

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Dies ist das Geheimnis der Natur

Im Zentrum jedes Atoms liegt die Höchste Göttliche Wirklichkeit verborgen...

„Das Hauptmotiv“, das heißt, der Zweck irdischen Daseins, besteht darin, den Geist zu erwecken, zu entwickeln und schließlich zu offenbaren, der im Zentrum der Materie verborgen liegt und diese Materie von innen her nach außen hin in Richtung auf eine fortschreitende Entwicklung treibt, die den von innen her wirkenden Geist befreien wird.

So finden wir in den äußeren Erscheinungen, wie wir sie sehen, zunächst das Mineralreich mit Steinen, Erde, Mineralien, die unserem äußeren Bewusstsein absolut unbewusst erscheinen. Und doch liegt hinter dieser Unbewusstheit das Leben des Geistes, das Bewusstsein des Geistes, der vollständig verborgen, gleichsam im Schlafe befindlich ist – obgleich das nur ein Anschein ist – und der von innen her wirkt, um diese Materie, die dem Anschein nach vollständig leblos ist, schrittweise umzuwandeln, damit ihre Organisation sich mehr und mehr der Manifestation von Bewusstsein öffne... Zunächst ist dieser Schleier lebloser Materie so vollständig, dass sie dem oberflächlichen Blick etwas ist, was weder Leben noch Bewusstsein hat. Wenn du einen Stein nimmst und ihn mit deinen gewöhnlichen Augen und deinem gewöhnlichen Bewusstsein betrachtest, sagst du, „er hat kein Leben, kein Bewusstsein.“ Denn für denjenigen, der hinter die Erscheinungen zu blicken vermag, befindet sich, verborgen im Zentrum dieser Materie – im Zentrum jedes Atoms dieser Materie – die Höchste Göttliche Wirklichkeit, die von innen her schrittweise durch Jahrtausende wirkt, um diese träge Materie in etwas umzuwandeln, was genug Ausdruckskraft besitzt, um den Geist im Inneren offenbaren zu können. Dann haben wir den stufenweisen Ablauf der Geschichte von Leben: wie plötzlich vom Stein ein rudimentäres Leben erschien, und durch aufeinanderfolgende Gattungen eine Art Organisation, das heißt, eine organische Substanz, die fähig ist, das Leben zu offenbaren. Doch zwischen den Mineral- und Pflanzenreichen gibt es Übergangselemente; man weiß nicht, ob sie dem Mineral- oder bereits dem Pflanzenreich angehören – wenn man dies im Detail studiert, sieht man einige seltsame Gattungen, die weder hierhin noch dorthin gehören, die nicht recht dies und noch nicht recht jenes sind. Dann kommt die Entwicklung des Pflanzenreichs, wo natürlich das Leben auftritt, denn dort ist Wachstum, Umwandlung – eine Pflanze sprießt auf, entwickelt sich, wächst – und mit dem ersten Phänomen des Lebens kommt auch das Phänomen von Zerfall und Zersetzung, welche relativ sehr viel schneller eintreten kann als beim Stein: ein Stein kann, wenn er von der Einwirkung anderer Kräfte abgeschirmt wird, scheinbar unendlich lange fortdauern, wohingegen die Pflanze bereits einer Kurve von Wachstum, Aufstieg und Fall und Zersetzung folgt – aber dies mit einem äußerst beschränkten Bewusstsein. Wer das Pflanzenreich im Detail studiert hat, weiß, dass sich dort ein Bewusstsein findet. Pflanzen zum Beispiel benötigen Sonnenlicht zum Leben, die Sonne repräsentiert die aktive Energie, die sie wachsen lässt; wenn man also eine Pflanze an einen Ort stellt, wo kein Sonnenlicht vorhanden ist, so sieht man, wie sie immer weiter nach oben wächst, indem sie versucht, indem sie eine Anstrengung unternimmt, das Sonnenlicht zu erreichen. In einem Urwald zum Beispiel, wo der Mensch nicht in das Geschehen eingreift, existiert diese Art Kampf zwischen allen Pflanzen, die immer in der einen oder anderen Weise nach oben wachsen in der Bemühung, Sonnenlicht zu erhaschen. Es ist sehr interessant. Aber selbst wenn man einen Blumentopf in einen kleinen von Mauern umgebenen Hof stellt, wo keine Sonne hereinkommt, wird eine Pflanze, die normalerweise diese Höhe hat, jene größere erreichen: sie streckt sich nach oben und macht eine Anstrengung, das Licht zu finden. Daher ist ein Bewusstsein vorhanden. ein Wille zum Leben, der sich bereits manifestiert. Und ganz langsam erreichen wir dann mit Gattungen, die immer höher entwickelt sind, ein weiteres Zwischenstadium zwischen dem, was nicht mehr ganz eine Pflanze und noch nicht ein Tier ist. Es gibt verschiedene solche Gattungen, die sehr interessant sind. Es gibt die fleischfressenden Pflanzen, Pflanzen wie ein offenes Maul: du wirfst eine Fliege hinein, und schnapp! sie verschlingen sie. Es ist nicht mehr ganz eine Pflanze und noch nicht ein Tier. Es gibt so viele Pflanzen dieser Art.

Dann kommen wir zum Tier. Bei den ersten Tieren ist es gewiss schwierig, sie von Pflanzen zu unterscheiden, es ist fast kein Bewusstsein da. Aber wir haben all die Tiergattungen, wir kennen sie bis zu den höheren Tieren hinauf, die in der Tat sehr bewusst sind. Sie haben ihren eigenen vollständig unabhängigen Willen. Sie sind sehr bewusst und wunderbar intelligent, wie zum Beispiel der Elefant; ihr kennt all die Geschichten von Elefanten und ihrer wunderbaren Intelligenz. Daher handelt es sich bereits um eine sehr wahrnehmbare Erscheinung des Mentalen. Und durch diese progressive Entwicklung gelangen wir dann plötzlich zu einer Gattung, die wahrscheinlich verschwunden ist – Spuren von ihr wurden gefunden – ein Zwischentier wie ein Affe oder von demselben Entwicklungszweig – etwas, was ihm nahe kommt, ähnlich ist, wenn auch nicht der Affe, so wie wir ihn kennen – aber bereits ein Tier, das auf zwei Beinen läuft. Und von dort gelangen wir zum Menschen. Es gibt einen vollständigen Anfang der Evolution des Menschen; wir können ja nicht sagen, dass er über eine brillante Intelligenz verfügt, aber es gibt bereits eine Aktion des Mentalen, einen Ansatz der Unabhängigkeit, unabhängiger Reaktion auf die Umwelt und die Kräfte der Natur. Und so gibt es im Menschen den ganzen Bereich, bis hinauf zum höheren Wesen, das zum spirituellen Leben fähig ist.

...Das Wesen, das innere göttliche Bewusstsein, die höchste spirituelle Wirklichkeit ist in ihrer Bemühung..., ein bewusstes Mittel zur Selbstmanifestation zu entwickeln, zu einem Wesen gelangt, das direkten Kontakt mit Ihm zu haben vermag, ohne den ganzen Entwicklungsprozess der Natur zu durchlaufen.

Die Mutter

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Verborgen in den Tiefen, im Kern der Materie, ist die Göttliche Gegenwart und... die ganze irdische Evolution erarbeitet die Rückkehr der Schöpfung zu ihrem Ursprung, zu dieser Göttlichen Gegenwart, die sich im Zentrum aller Dinge befindet – das ist die Absicht der Natur.

Das Universum ist eine Objektivierung des Höchsten Wesens, wie wenn Er sich außerhalb seiner selbst objektiviert hätte, um sich selbst zu sehen, sich selbst zu leben, sich selbst zu erkennen, und auf dass es eine Existenz und ein Bewusstsein gebe, die in der Lage sind, ihn als ihren Ursprung zu erkennen und sich bewusst mit ihm zu vereinigen, um ihn im Werden zu manifestieren. Es gibt keinen anderen Grund für das Universum. Die Erde ist eine Art symbolische Kristallisierung des universalen Lebens, eine Reduktion, eine Konzentration, auf dass das Werk der Evolution leichter zu vollbringen und ihm leichter zu folgen sei. Und wenn wir die Geschichte der Erde betrachten, können wir verstehen, warum das Universum geschaffen worden ist. Es ist das Höchste Wesen, das sich seiner selbst bewusst wird in einem ewigen Werden; und das Ziel ist die Vereinigung des Geschaffenen mit dem Schöpfer in der Manifestation, eine Vereinigung, die bewusst, willig und frei ist.

Das ist das Geheimnis der Natur. Natur ist die Vollzugskraft, sie ist es, die das Werk vollbringt. Und sie nimmt diese Schöpfung auf, die völlig unbewusst zu sein scheint, die aber das Höchste Bewusstsein und die einzige Wirklichkeit enthält, und sie tut ihr Werk, damit sich all dies entwickeln kann, selbstbewusst werden und sich selbst vollständig erkennen kann. Aber sie zeigt es nicht gleich von Anfang an. Es entwickelt sich stufenweise, und aus diesem Grund ist es zu Beginn ein Geheimnis, das dann enthüllt werden wird, wenn es sich dem Ende nähert. Und der Mensch hat nun einen Punkt in der Evolution erreicht, der hoch genug ist, so dass jenes Geheimnis enthüllt werden kann und jenes, was vorher in scheinbarer Unbewusstheit getan wurde, nun bewusst, willig und daher sehr viel schneller und mit der Freude der Verwirklichung getan werden kann.

Beim Menschen kann man bereits die spirituelle Wirklichkeit in Entwicklung sehen und erkennen, dass sie sich vollständig und frei ausdrücken wird. Vorher, im Tier und in der Pflanze, war es... notwendig, eine sehr klare Schau zu haben, um sie zu sehen, aber der Mensch ist sich dieser spirituellen Wirklichkeit selbst bewusst, zumindest im höheren Teil seines menschlichen Daseins. Der Mensch beginnt zu wissen, was der höchste Ursprung von ihm will, und arbeitet daran mit, es zu verwirklichen. Die Natur möchte, dass die Schöpfung sich dessen bewusst wird, der Schöpfer selbst zu sein in einer Objektivierung, das heißt, es besteht kein Unterschied zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung, und das Ziel ist eine bewusste und verwirklichte Vereinigung. Das ist das Geheimnis der Natur.

Die Mutter

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Die Welt der Materie

Partikel Gottes

Die Natur manifestiert sich zuerst durch Materie als Energie. Dies ist nicht bloß eine wissenschaftliche Tatsache, sondern eine tiefe spirituelle Wahrheit und Erfahrung...

Stabilität und Bewegung, daran müssen wir uns erinnern, sind nur unsere psychologischen Darstellungen des Absoluten, ebenso wie es Einheit und Vielheit sind. Das Absolute ist jenseits von Stabilität und Bewegung, so wie es jenseits von Einheit und Vielheit ist. Aber es lagert sich ewig im Einen und Stabilen und wirbelt unendlich, unvorstellbar, sicher im Sich-Bewegenden und Vielfältigen, um sich selbst herum. Weltdasein ist der ekstatische Tanz Shivas, welcher den Körper Gottes für das Auge zahllos vervielfältigt: er belässt jenes blanke Dasein genau wo und was es war, immer ist und immer sein wird; sein einziges absolutes Anliegen ist die Freude am Tanzen.

Sri Aurobindo

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Der kosmische Tanz

Vor fünf Jahren hatte ich eine schöne Erfahrung... Eines Nach- mittags im Spätsommer saß ich am Meer und sah den Wellen zu, wie sie anrollten, und fühlte den Rhythmus meines Atems, als ich plötzlich gewahr wurde, wie meine ganze Umgebung in einem mächtigen kosmischen Tanz begriffen war. Als Physiker wusste ich, dass der Sand, die Felsen, das Wasser und die Luft um mich herum aus vibrierenden Molekülen und Atomen bestanden, und dass diese aus Partikeln bestehen, die aufeinander einwirken, indem sie andere Partikel schaffen und zerstören. Ich wusste auch, dass die Erdatmosphäre ständig von Schauern „kosmischer Strahlen“ bombardiert wird, Partikeln von Hochenergie, die vielfach kollidieren, indem sie die Luft durchdringen. Mit all dem war ich vertraut von meiner Forschung in Hochenergie-Physik, aber bis zu jenem Augenblick hatte ich es nur durch Schaubilder, Diagramme und mathematische Theorien erfahren. Als ich nun dort am Strand saß, wurden meine früheren Erfahrungen mit Leben erfüllt; ich „sah“ Kaskaden von Energie, die vom äußeren Raum herabkamen, wobei Partikel in rhythmischen Pulsen geschaffen und zerstört wurden; ich „sah“ die Atome der Elemente und jene meines Körpers teilhaben an diesem kosmischen Energietanz; ich fühlte seinen Rhythmus und ich „hörte“ seinen Ton, und in jenem Augenblick wusste ich, dass dies der Tanz Shivas war, des Herrn der Tänzer, angebetet von den Hindus.

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Die Tendenz von Partikeln, auf Beengung mit Bewegung zu reagieren, impliziert eine grundlegende „Ruhelosigkeit“ der Materie, welche charakteristisch für die subatomare Welt ist. In dieser Welt sind die meisten materiellen Partikel an die molekularen, atomaren und nuklearen Strukturen gebunden und befinden sich daher nicht im Ruhezustand, sondern haben eine inhärente Tendenz, herumzuschweifen – sie sind wesenhaft ruhelos. Gemäß der Quantentheorie ist die Materie daher nie statisch, sondern befindet sich stets in einem Zustand der Bewegung. Makroskopisch mögen die materiellen Objekte um uns herum passiv und leblos erscheinen, aber wenn wir ein solches „totes“ Stück Stein oder Metall vergrößern, sehen wir, dass es voller Aktivität ist. Je näher wir es betrachten, desto lebendiger erscheint es. Alle materiellen Objekte in unserer Umwelt bestehen aus Atomen, die sich in verschiedener Weise miteinander verbinden, um eine gewaltige Vielfalt molekularer Strukturen zu formen, die nicht starr und bewegungslos sind, sondern entsprechend ihrer Temperatur und in Harmonie mit den thermischen Schwingungen ihrer Umwelt oszillieren. In den vibrierenden Atomen sind die Elektronen durch elektrische Kräfte an die Atomkerne gebunden, die sie so nahe wie möglich beieinander zu halten versuchen, und sie reagieren auf diese Beengung, indem sie äußerst schnell herumwirbeln. In den Atomkernen schließlich werden die Protonen und Neutronen von den starken nuklearen Kräften auf ein winziges Volumen zusammengepresst, und folglich rasen sie mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten herum. Die moderne Physik stellt also die Materie keineswegs als passiv und leblos dar, sondern als etwas, was sich in einer ständigen tanzenden und vibrierenden Bewegung befindet, deren rhythmische Muster durch die molekularen, atomaren und nuklearen Strukturen bestimmt werden. In gleicher Weise sehen auch die östlichen Mystiker die materielle Welt. Sie heben alle heraus, dass das Universum dynamisch zu erfassen ist, wie es sich bewegt, vibriert und tanzt; jene Natur befindet sich nicht in einem statischen, sondern einem dynamischen Gleichgewicht. Mit den Worten eines taoistischen Textes:

„Die Stille in der Stille ist nicht die wirkliche Stille. Nur wenn Stille in der Bewegung vorhanden ist, kann der spirituelle Rhythmus erscheinen, der Himmel und Erde erfüllt.“

In der Physik erkennen wir die dynamische Natur des Universums nicht nur, wenn wir in die kleinen Dimensionen gehen – in die Welt der Atome und Atomkerne – sondern auch, wenn wir uns großen Dimensionen zuwenden – der Welt von Sternen und Galaxien. Durch unsere starken Teleskope beobachten wir ein Universum in unaufhörlicher Bewegung. Rotierende Wolken von Wasserstoffgas schrumpfen zusammen, um Sterne zu bilden, wobei sie sich erhitzen, bis sie zu brennenden Feuern am Himmel werden. Wenn sie jenes Stadium erreicht haben, rotieren sie noch weiterhin, wobei einige von ihnen Material in den Raum ausstoßen, das in Spirallinien nach außen fliegt und sich zu Planeten kondensiert, die um den Stern herumkreisen. Nach Millionen von Jahren schließlich, wenn der größte Teil des Wasserstoffbrennstoffs aufgebraucht ist, dehnt sich ein Stern aus und schrumpft dann wieder im abschließenden Gravitationskollaps. Dieser Kollaps kann mit gigantischen Explosionen verbunden sein und kann den Stern sogar in ein „schwarzes Loch“ verwandeln. All diese Vorgänge – die Bildung der Sterne aus interstellaren Gaswolken, ihre Schrumpfung und anschließende Expansion sowie ihr abschließender Kollaps – können tatsächlich am Himmel beobachtet werden. Die herumwirbelnden, expandierenden oder explodierenden Sterne häufen sich in Galaxien verschiedener Formen an – flachen Scheiben, Sphären, Spiralen usw., welche wiederum nicht bewegungslos sind, sondern rotieren. Unsere Galaxie, die Milchstraße, ist eine immense Scheibe von Sternen und Gas, die sich wie ein großes Rad im Raum dreht, so dass all ihre Sterne – einschließlich der Sonne und ihrer Planeten – sich um das Zentrum der Galaxie bewegen. Das Universum ist voller Galaxien, die über den ganzen Weltraum verstreut sind, den wir sehen können; sie alle wirbeln wie unsere eigene.

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Die Vorstellungen von Rhythmus und Tanz kommen uns ganz natürlich in den Sinn, wenn wir uns den Energiefluss vorzustellen versuchen, der durch die Strukturen geht, welche die Partikelwelt ausmachen. Die moderne Physik hat uns gezeigt, dass Bewegung und Rhythmus wesenhafte Eigenschaften der Materie sind; dass alle Materie, ob hier auf der Erde oder im äußeren Weltraum, in einem ständigen kosmischen Tanz begriffen ist. Die Mystiker des Ostens haben eine dynamische Betrachtungsweise des Universums, ähnlich jener der modernen Physik, und daher überrascht es nicht, dass auch sie das Bild des Tanzes gebraucht haben, um ihre intuitive Schau der Natur mitzuteilen. Ein schönes Beispiel eines solchen Bildes von Rhythmus und Tanz gibt Alexandra David-Neel in ihrem Buch Tibetan Journey, worin sie beschreibt, wie sie einen Lama traf, der sich selbst als „Meister des Tons“ bezeichnete und ihr die folgende Beschreibung seiner Schau der Materie gab:

„Alle Dinge... sind Ansammlungen von Atomen, die tanzen und durch ihre Bewegungen Töne erzeugen. Wenn der Rhythmus des Tanzes sich ändert, verändert sich auch der Ton, den er erzeugt... Jedes Atom singt ständig sein Lied, und der Ton schafft in jedem Augenblick dichte und subtile Formen.“

Die Ähnlichkeit dieser Betrachtungsweise mit jener der modernen Physik wird besonders augenfällig, wenn wir daran denken, dass jeder Ton eine Welle mit einer bestimmten Frequenz ist, die sich ändert, wenn der Ton sich ändert, und dass Partikel, das moderne Äquivalent des alten Konzepts der Atome, ebenfalls Wellen sind mit Frequenzen proportional zu ihren Energien. Nach der Feldtheorie „singt jede Partikel“ tatsächlich „ständig ihren Ton“ und produziert dabei rhythmische Energiestrukturen (die tatsächlichen Partikel) in „dichten und subtilen Formen“.

Die Metapher des kosmischen Tanzes fand ihren tiefsten und schönsten Ausdruck im Hinduismus, mit dem Bild des tanzenden Gottes Shiva. In einer seiner vielen Inkarnationen erscheint Shiva, einer der ältesten und populärsten indischen Götter, als der König der Tänzer. Nach dem Hindu-Glauben ist alles Leben Teil eines großen rhythmischen Prozesses von Schöpfung und Zerstörung, von Tod und Wiedergeburt, und Shivas Tanz symbolisiert diesen ewigen Rhythmus von Leben und Tod, der in endlosen Zyklen abläuft. Mit den Worten von Ananda Coomaraswamy:

„In der Nacht Brahmans ist die Natur leblos und kann nicht tanzen, bis Shiva es will: Er erhebt sich von Seiner Verzückung und sendet tanzend pulsierende Wellen erweckenden Tones durch die leblose Materie, und siehe! die Materie tanzt ebenfalls und erscheint als Glorie um ihn herum. Tanzend liegt er ihren vielfältigen Phänomenen zugrunde. Indem er in der Fülle der Zeit immer noch weiter tanzt, zerstört er alle Formen und Namen durch Feuer und erschafft neue Ruhe. Dies ist Dichtung, aber nichts desto weniger Wissenschaft.“

Der Tanz Shivas symbolisiert nicht nur die kosmischen Zyklen von Schöpfung und Zerstörung, sondern auch den täglichen Rhythmus von Geburt und Tod, der in der indischen Mystik als Daseinsgrundlage betrachtet wird. Gleichzeitig erinnert uns Shiva daran, dass die vielfältigen Formen in der Welt Maya sind – nicht fundamental, sondern illusorisch und immer sich wandelnd – während er sie ständig im unablässigen Fluss seines Tanzes schafft und zerstört. Wie Heinrich Zimmer es beschrieben hat:

„Seine heftigen und anmutigen Gesten führen die kosmische Illusion herbei; seine fliegenden Arme und Beine und das Schwanken seines Torsos erzeugen – ja sind – die ständige Schöpfung-Zerstörung des Universums, wobei Tod genau Geburt die Waage hält, Auslöschung am Ende jedes Hervorkommens steht.“

Fritjof Capra

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Verborgenes Bewusstsein

Wer sagt, die Materie sei leblos? Metalle ermüden. Steine können fühlen. Liebe ist überall...

Die Natur ist nicht unbewusst, aber sie hat einen Anschein von Unbewusstheit...

Selbst im Mineralreich gibt es Phänomene, die ein verborgenes Bewusstsein offenbaren, wie zum Beispiel gewisse Kristalle. Wenn man sieht, mit welcher Präzision, welcher Genauigkeit und Harmonie sie geformt sind, wenn man auch nur im geringsten offen ist, so fühlt man unweigerlich, dass dahinter ein Bewusstsein am Werke ist, dass dies nicht das Resultat unbewussten Zufalls sein kann.

Habt ihr schon einmal Felskristalle gesehen?...

Sie sind schön, nicht wahr? Es ist etwas sehr Künstlerisches.

Und die Bewegungen der See, die Bewegungen der Luft, des Windes – man fühlt unweigerlich, dass dahinter ein Bewusstsein oder selbst viele Bewusstseine am Werk sind. Tatsächlich verhält es sich auch so. Nur die oberflächlichste Erscheinungsform ist unbewusst.

Die Mutter

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Das Lebendige und das Leblose

Im Jahre 1899 bemerkte Bose die seltsame Tatsache, dass sein Metalldetektor zum Empfang von Radio-Wellen weniger empfindlich wurde, wenn er ständig gebraucht wurde, nach einer Ruhepause jedoch wieder normal arbeitete. Dies führte ihn zum Schluss, dass Metalle – wie unvorstellbar es auch sei – möglicherweise eine Erholungsphase durchmachen, wie sie auch bei ermüdeten Tieren und Menschen stattfindet. Weitere Arbeiten begannen Bose dann zu überzeugen, dass die Grenzlinie zwischen den sogenannten „leblosen“ Metallen und „lebendigen“ Organismen in der Tat dünn war. Bose machte dann spontan den Schritt vom Bereich der Physik zu dem der Physiologie und unternahm eine vergleichende Studie der Kurven molekularer Reaktion bei anorganischer Substanz und bei lebendigem Tiergewebe.

Zu seiner großen Überraschung zeigten die Kurven, die von leicht erwärmtem Magneteisenoxyd erzeugt wurden, eine auffällige Ähnlichkeit mit jenen von Muskeln. Bei beiden verminderte sich als Folge starker Inanspruchnahme Reaktions- und Regenerationsvermögen, doch konnte die anschließende Ermüdung durch sanfte Massage oder durch ein Bad in warmem Wasser beseitigt werden. Andere Metallkomponenten reagierten in tierähnlicher Weise. Wenn eine mit Säure geätzte Metalloberfläche poliert wurde, um alle Spuren des Ätzens zu beseitigen, so zeigte sich an der mit Säure behandelten Stelle eine Reaktion, die nicht an den unbehandelten herbeigeführt werden konnte. Bose schrieb den betroffenen Sektionen eine Art bleibende Erinnerung der Behandlung zu. Bei Kalium entdeckte er, dass das Vermögen zur Regeneration fast völlig verloren ging, wenn es mit verschiedenen Fremdsubstanzen behandelt wurde; dies schien parallel zu den Reaktionen von Muskelgewebe auf Giftstoffe zu laufen.

Bose hielt im Jahre 1900 bei der Pariser Ausstellung einen Vortrag vor dem Internationalen Physiker-Kongress. In diesem Vortrag, der den Titel „De la Généralité des Phénomènes Moléculaires Produits par l‘Electricité sur la Matière Inorganique et sur la Matière Vivante“ trug, betonte Bose die „fundamentale Einheit in der scheinbaren Vielfalt der Natur“ und schloss mit der Bemerkung, dass es schwierig sei, „eine Linie zu ziehen und zu sagen, dass hier das physische Phänomen endet und dort das physiologische beginnt“. Der Kongress war „bouleversé von Boses weltbewegendem Hinweis, dass die Kluft zwischen dem Belebten und Leblosen vielleicht nicht so weit und unüberbrückbar sei, wie allgemein angenommen; der Sekretär des Kongresses brachte seine „Verblüffung“ zum Ausdruck...

Bald darauf kam Bose die Idee, dass er, wenn die auffällige Kontinuität zwischen solchen Extremen wie Metallen und dem Tierleben real wäre, auch in der Lage sein sollte, ähnliche Effekte in gewöhnlichen Gemüsepflanzen zu erzielen, von denen man allgemein annahm, dass sie unempfänglich seien, da man glaubte, dass sie kein Nervensystem hätten. Bose pflückte einige Roßkastanienblätter in einem Garten bei seinem Laboratorium und fand, dass sie auf verschiedene „Reize“ ganz ähnlich reagierten wie seine Metalle und Muskeln. Ganz aufgeregt von den Resultaten ging er zu seinem Gemüsehändler und kaufte einen Sack mit Karotten und Steckrüben, die von allen Gemüsesorten die „unempfänglichsten“ zu sein schienen, und er entdeckte, dass sie hochsensitiv waren. Wenn Bose Pflanzen chlorophormierte, fand er, dass sie ebenso effektiv anästhetisiert waren wie Tiere, und dass sie wie die Tiere zum Leben kamen, wenn die betäubenden Dämpfe fortgeblasen wurden. Als Bose Chloroform benutzte, um eine große Pinie zu beruhigen, konnte er sie ohne den gewöhnlich tödlichen Schock solcher Operationen entwurzeln und umpflanzen.

Als Sir Michael Foster, Sekretär der Royal Society, eines Morgens in Boses Laboratorium kam, um sich persönlich einen Einblick zu verschaffen, was dort geschah, und Bose ihm einige seiner Aufzeichnungen zeigte, sagte der alte Mann scherzend:

„Also, Bose, was ist denn neu an dieser Kurve? Wir kennen sie schon seit mindestens einem halben Jahrhundert!“

„Aber was glauben Sie, stellt sie dar?“ fragte Bose ruhig.

„Natürlich die Muskelreaktion!“ antwortete Foster mürrisch.

Bose schaute den Professor tief aus seinen fesselnden braunen Augen an und sagte mit fester Stimme: „Verzeihen Sie, aber es ist die Reaktion von Blech!“

Foster war wie entgeistert. „Wie bitte?“ rief er, und sprang von seinem Stuhl auf, „Blech? Sagten Sie Blech?“

Als Bose ihm seine Resultate zeigte, war Foster ebenso begeistert wie erstaunt. Auf der Stelle lud er Bose ein, an einem der kommenden Freitagabende der Royal Institution über seine Entdeckungen zu berichten, und er bot ihm an, sein Papier persönlich an die Royal Society weiterzuleiten, damit es Priorität erhielte. Beim Treffen am Abend des 10. Mai 1901 bot Bose alle Resultate auf, die er im Verlauf von vier Jahren erarbeitet hatte, und demonstrierte jedes von ihnen mit einer umfangreichen Reihe von Experimenten, bevor er mit einem kurzen Vortrag abschloss:

Ich habe Ihnen heute Abend autographische Aufzeichnungen der Geschichte von Stress und Anspannung im Lebendigen und Leblosen gezeigt! Sie sind in der Tat so ähnlich, dass man das eine nicht vom anderen unterscheiden kann. Wie können wir bei diesen Phänomenen eine Scheidelinie ziehen und sagen, hier hört das Physische auf und dort beginnt das Physiologische? Solche absoluten Barrieren existieren nicht.

Als ich das stille Zeugnis dieser selbstgefertigten Aufzeichnungen fand und in ihnen eine Phase einer durchdringenden Einheit erkannte, die in sich alle Dinge birgt – das Stäubchen, das im Lichtrieseln zittert, das reiche Leben auf unserer Erde und die strahlenden Sonnen, die über uns scheinen –, da verstand ich zum ersten Mal ein wenig jene Botschaft, die meine Vorfahren vor drei Jahrtausenden an den Ufern des Ganges verkündeten: „Jene, die in all der sich wandelnden Vielfalt dieses Universums nur das Eine sehen, jenen gehört die Ewige Wahrheit – niemandem sonst, niemandem sonst!“

Peter Tompkins und Christopher Bird

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Liebe in Steinen

„Du sagst, Liebe ist überall. Ihre Regung existiert in Pflanzen, vielleicht sogar in Steinen selbst... Wenn Liebe in einem Stein ist, wie kann man es sehen?“

Vielleicht werden verschiedene Elemente, die den Stein konstituieren, durch den Funken der Liebe koordiniert. Als die Göttliche Liebe in die Materie herabstieg, war diese Materie sicher ganz unbewusst, sie hatte absolut keine Form; man kann sogar sagen, dass Formen im allgemeinen das Resultat der Bemühung der Liebe sind, Bewusstsein in die Materie zu bringen. Wenn einer von euch... in das Unbewusste hinabginge, was man das reine Unbewusste nennt, so würdet ihr erkennen, was es ist. Ein Stein wird euch im Vergleich dazu als erstaunlich bewusster Gegenstand erscheinen. Ihr sprecht herablassend von einem Stein, weil ihr gerade nur ein bisschen mehr Bewusstsein habt als er, aber der Unterschied zwischen dem Bewusstsein des Steins und dem totalen Unbewussten ist vielleicht größer, als der zwischen dem Stein und euch. Und das Herauskommen aus dem Unbewussten ist ausschließlich auf das Opfer des Göttlichen zurückzuführen, auf diese Herabkunft der göttlichen Liebe in das Unbewusste. Als ich sagte „vielleicht im Stein“, hätte ich demzufolge das „vielleicht“ auslassen können – ich kann feststellen, dass sie sogar im Stein existiert. Es gäbe nichts, weder Stein noch Metall noch irgendeine. Anordnung von Atomen ohne diese Gegenwart von göttlicher Liebe.

Die Mutter

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„Du sagst, dass vielleicht Steine auch Liebe fühlen?“

Das ist möglich.

„Kann man es wissen?“

Man kann es fühlen. Es gibt einen gewissen Bewusstseinszustand, in dem man diese göttliche Liebe fühlt, wo immer sie sich findet, und man fühlt nicht einen so großen Unterschied zwischen Geschöpfen, wie es physisch erscheint. Es gibt vielmehr inneres Sehnen in Dingen, die wir leblos nennen, als man meinen würde. Es existiert auch in Steinen eine Art spontanes Gefühl von dem, was höher ist, nobler, reiner, und obgleich sie es nicht in irgendeiner Weise ausdrücken können, fühlen sie es, und dies beeinflusst sie in verschiedener Weise.

Selbst in Dingen, selbst in Gegenständen, sogar in Steinen existiert eine seltsame Empfänglichkeit, die von dieser Gegenwart herrührt. Es gibt Steine, die (wenn man weiß, wie man es macht) Kräfte ansammeln können. Sie können Kräfte ansammeln, sie bewahren und übertragen. Man kann Steine nehmen (was wir Edelsteine nennen) und Kräfte in ihnen konzentrieren, und sie halten sie. Und diese Kräfte strahlen langsam, sehr allmählich, aus. Aber wenn man sich darauf versteht, kann man eine solche Quantität ansammeln, dass sie sozusagen unbeschränkt andauert.

„Sind diese Kräfte in irgendeiner Weise von Nutzen, wenn sie aus den Steinen herauskommen?“

Sicher, gewiss. Der Stein kann die Kraft fast auf unbegrenzte Zeit bewahren. Es gibt jene Steine, die als ein Bindeglied dienen können, es gibt Steine, die als Batterie dienen können. Das ist in der Tat bemerkenswert. Man kann in einem Stein (besonders in Amethysten) eine Schutzkraft ansammeln, und die Kraft schützt tatsächlich denjenigen, der den Stein trägt. Es ist sehr interessant. Ich habe es selbst erfahren. Ich kannte jemanden, der einen Stein dieser Art hatte, welcher mit Schutzkraft geladen war. Es war wunderbar, wenn er ihn trug... Es gibt Steine, die man benutzen kann, um Ereignisse vorauszusagen. Manche Leute können in diesen Steinen Ereignisse lesen, die eintreten werden. Steine können Botschaften vermitteln. Natürlich erfordert dies eine Fähigkeit auf beiden Seiten: auf der einen Seite eine hinreichend starke Kraft der Konzentration: auf der anderen eine Kraft, direkt zu sehen und zu lesen, ohne ganz präzise Worte zu gebrauchen. Da sie als Batterien fungieren können, bedeutet es, dass sie in sich die Quelle der Kraft selbst tragen, sonst wären sie nicht empfänglich. Eine Kraft dieser Art liegt am Ursprung von Kristallisationen, wie zum Beispiel in Felskristallen, die so herrliche Muster bilden, mit einer so vollständigen Harmonie, und das kommt nur von einer Sache, dieser Gegenwart im Zentrum. Nun sieht man jedoch nicht, weil man keine innere Empfänglichkeit hat, aber sobald man einmal die direkte Wahrnehmung von Kräften der Liebe hinter den Dingen hat, sieht man, dass sie überall identisch sind. Selbst in konstruierten Dingen: man kann zu einem Verständnis gelangen, was sie sagen.

Die Mutter

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Die Wege der Mutter

Mutter wollte einen unserer Betriebe besuchen. Natürlich sorgte die verantwortliche Person dafür, dass alles aufgeräumt wurde und blitzsauber war. Alte und verkommene Dinge wurden in den Schuppen in eine Ecke des Grundstücks gestopft. Als Mutter aus dem Wagen stieg, wurde sie empfangen und zum Büro geführt, wo alles bereitgehalten wurde. Aber sie sah sich um und ging in Richtung Schuppen. Als sie dort ankam, fragte sie, was in ihm sei. Der unwillige Sadhak öffnete die Tür, und ein Haufen getrockneter Kokosnuss-Schalen und verschiedener anderer aufgehäufter Abfall trat zu Tage. Mutter sagte nichts und folgte dem Programm. Als sie jedoch zum Ashram zurückkehrte und gefragt wurde, warum sie denn zum Schuppen gegangen sei, erklärte sie, dass sie, sobald sie das Grundstück betrat, Rufe vom Schuppen hörte: „Schau hier, wie sie uns verstaut haben.“ Und dann fand sie tatsächlich, wie schäbig sie behandelt worden waren!

M. P. Pandit

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Die Welt der Pflanzen

Geheimnisvolle Welt der Pflanzen

Pflanzen sind lebendige, atmende, kommunizierende Wesen, die Persönlichkeit und die Attribute der Seele haben.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts äußerte ein begabter Wiener Biologe mit dem gallischen Namen Raoul Francé einen Gedanken, der zeitgenössische Naturphilosophen schockierte. Er sagte, dass Pflanzen ihren Körper ebenso frei, leicht und graziös bewegen wie das gewandteste Tier und der gewandteste Mensch, und dass der einzige Grund, warum wir diese Tatsache nicht anerkennen, der sei, dass Pflanzen sich viel langsamer als Menschen bewegen.

Die Wurzeln von Pflanzen, so sagte Francé, graben sich suchend durch das Erdreich, die Knospen und Zweige schwingen in bestimmten Kreisen, die Blätter und Blüten beugen und zittern, schütteln sich abwechselnd, die Ranken kreisen suchend und greifen mit Geisterarmen hinaus, um ihre Umwelt abzutasten. Der Mensch glaube nur deshalb, dass Pflanzen bewegungs- und gefühllos sind, weil er sich nicht die Zeit nehmen wolle, sie zu beobachten...

Keine Pflanze, so sagt er, ist ohne Bewegung; denn jedes Wachstum bedeutet Bewegung. Pflanzen sind ständig dabei, sich zu beugen, sich zu wenden und zu zittern. Er beschreibt, wie sich an einem Sommertag Tausende von polypenähnlichen Armen an einer friedlichen Laube emporranken, um eine neue Stütze für den schweren Stängel zu finden. Wenn die Ranke, die in 67 Minuten eine volle Kreisbewegung ausführt, eine sichere Basis findet, beginnt sie, sich innerhalb von zwanzig Sekunden um das Objekt zu winden, und innerhalb einer Stunde hat sie sich so festgewunden, dass sie kaum noch wegzureißen ist. Die Ranke windet sich dann wie ein Korkenzieher und zieht dadurch die Rebe zu sich herauf.

Eine Kletterpflanze, die einen Halt braucht, wird zum nächsten Halt kriechen. Versetzt man diese Stütze, wird die Rebe innerhalb weniger Stunden ihren Lauf in die neue Richtung ändern. Kann die Pflanze die Stange sehen? Fühlt sie sie in einer unerklärlichen Weise? Wenn eine Pflanze zwischen Hindernissen wächst und nicht eine potentielle Stütze sehen kann, wird sie unfehlbar zu einer verborgenen Stütze hinwachsen und jenes Gebiet meiden, wo keine existiert.

Pflanzen, sagt Francé, sind intentionsfähig: sie können sich zu dem strecken, was sie begehren, oder es auf eine Art ausfindig machen, die ebenso mysteriös ist wie die phantastischsten Romanschöpfungen.

Weit davon entfernt, bloß reglos zu existieren, scheinen die Bewohner des Weidelands (was die alten Griechen botane nannten) in der Lage zu sein, das, was in ihrer Umwelt geschieht, wahrzunehmen und darauf zu reagieren, und zwar mit einem Grad der Verfeinerung, der weit über dem menschlichen liegt. Die Sonnentau-Pflanze wird mit unfehlbarer Präzision eine Fliege einfangen, indem sie sich genau in die richtige Richtung bewegt, wo die Beute zu finden ist. Einige parasitäre Pflanzen können die geringste Spur von Geruch ihres Opfers erkennen, und werden alle Hindernisse überwinden, um in seine Richtung zu kriechen.

Pflanzen scheinen zu wissen, welche Ameisen ihnen den Nektar stehlen wollen, und schließen sich, wenn diese Ameisen sich in der Nähe befinden, während sie sich nur dann öffnen, wenn sich genug Tau auf ihren Stängeln befindet, um die Ameisen daran zu hindern, hinaufzuklettern. Die höher entwickelte Akazie bedient sich der Schutzdienste gewisser Ameisen, die sie mit Nektar belohnt als Gegengabe für den Schutz der Ameisen gegen andere Insekten und pflanzenfressende Säugetiere.

Ist es Zufall, dass Pflanzen sich zu speziellen Formen entwickeln, um sich den Eigenarten von Insekten anzupassen, die sie bestäuben werden, indem sie diese Insekten mit besonderer Farbe und besonderem Duft anlocken, sie mit ihrem Lieblingsnektar belohnen, indem sie außergewöhnliche Kanäle und eine Blütenmechanik gestalten, womit sie eine Biene einfangen können, um sie erst dann durch eine Falltür zu entlassen, wenn der Bestäubungsvorgang abgeschlossen ist?...

Ist es reiner Zufall, dass nachtblühende Blumen weiß werden, um desto besser Nachtmotten und Nachtschmetterlinge anzuziehen, indem sie bei Abenddämmerung einen stärkeren Duft ausstoßen, oder dass die Mistlilie den Geruch von faulem Fleisch entwickelt in Gegenden, wo es ungewöhnlich viele Fliegen gibt, wohingegen Blumen, die sich zur Kreuzbestäubung ihrer Spezies des Windes bedienen, keine Energie darauf verschwenden, sich hübsch, duftend oder attraktiv für Insekten zu machen, sondern relativ unattraktiv bleiben?

Um sich zu schützen, entwickeln Pflanzen Dornen, einen bitteren Geschmack oder klebrige Sekrete, die feindliche Insekten fangen und töten. Die furchtsame Mimosa pudica hat einen Mechanismus, der stets reagiert, wenn ein Käfer, eine Ameise oder ein Wurm den Stängel zu ihren dünnen Blättern hinaufklettert: wenn der Eindringling einen Sporn berührt, richtet sich der Stängel auf, die Blätter rollen sich zusammen, und der Angreifer wird entweder aufgrund der unerwarteten Bewegung hinuntergeworfen oder muss sich erschrocken zurückziehen...

Darwin fand heraus, dass der Sonnentau gereizt werden kann, wenn ein Faden auf ihn gelegt wird, der nicht mehr als 1/78.000stel eines Körnchens wiegt. Eine Ranke, die nach den Wurzelfasern den sensitivsten Teil einer Pflanze bildet, wird sich beugen, wenn ein Stück Seide über sie gelegt wird, das nur 0.00025 Gramm wiegt.

Der Einfallsreichtum von Pflanzen in der Planung und Entwicklung von Konstruktionsformen übersteigt bei weitem denjenigen menschlicher Ingenieure. Von Menschenhand gefertigte Strukturen können keinen Vergleich aushalten mit der Stützkraft der langen Rohre, die phantastische Gewichte tragen. Der Gebrauch von Fasern, die in Spiralen gewickelt sind, ist beiden Pflanzen ein Mechanismus von einer so großen Resistenz gegen Zerreißen, wie sie von menschlicher Technologie noch nicht erreicht wurde. Zellen längen sich zu Würsten oder flachen Bändern, die miteinander verflochten sind, um fast unzerreißbare Schnüre zu bilden. Indem ein Baum nach oben wächst, verdickt er sich wissenschaftlich, um das größere Gewicht tragen zu können.

Der australische Eukalyptus kann auf dünnem Stamm den Wipfel 160 m über den Boden richten (d.h. ebenso hoch wie die Cheops-Pyramide) und gewisse Walnussarten können eine Ernte von 100.000 Nüssen tragen. Das Virginia-Knotenkraut kann einen Seemannsknoten binden, der, wenn er trocknet, so sehr gespannt wird, dass er birst und die Samen weg schleudert, damit sie so weit wie möglich von der Mutter keimen.

Pflanzen sind sogar sensitiv gegenüber Orientierung und Zukunft. Siedler und Jäger in den Prärien des Mississippi-Tals entdeckten eine Sonnentau-Pflanze. Silphium laciniatum, deren Blätter präzise die Punkte des Kompasses anzeigen. Indisches Süßholz (Arbrus precatorius) ist so sensitiv gegenüber allen Arten von elektrischen und magnetischen Einflüssen, dass es als Wetterpflanze gebraucht wird. Botaniker, die damit zuerst in Londons Kew Gardens experimentierten, fanden in ihm ein Mittel, um Wirbelstürme. Orkane, Erdbeben und Vulkanausbrüche vorauszusagen.

So präzise sind alpine Blumen hinsichtlich der Jahreszeiten, dass sie wissen, wann der Frühling kommt, und sich Wege durch Schneewehen bahnen, indem sie ihre eigene Hitze entwickeln, mit der sie den Schnee schmelzen.

Pflanzen, die so sicher, vielfältig und prompt auf die Außenwelt reagieren, müssen, so sagt Francé, ein Mittel der Kommunikation mit der Außenwelt haben, etwas, was unseren Sinnen vergleichbar oder überlegen ist. Francé unterstreicht, dass Pflanzen ständig Ereignisse und Phänomene beobachten und aufzeichnen, von denen der Mensch – gefangen in seiner anthropozentrischen Sicht der Welt, die ihm subjektiv durch seine fünf Sinne offenbart wird – nichts weiß.

Während Pflanzen fast generell als Automaten ohne Sinne betrachtet wurden, fand man nun heraus, dass sie in der Lage sind, zwischen Lauten zu unterscheiden, die dem menschlichen Ohr unhörbar sind, und zwischen Farbwellenlängen wie infrarot und ultraviolett, die dem menschlichen Auge unsichtbar sind; sie sind speziell sensitiv gegenüber Röntgenstrahlen und der Hochfrequenz des Fernsehens.

Die ganze Pflanzenwelt, sagt Francé, lebt mit Reaktionen auf die Bewegung der Erde und ihres Mondes, die Bewegung der anderen Planeten unseres Sonnensystems, und eines Tages werde sich erweisen, dass sie von den Sternen und anderen kosmischen Körpern im Universum beeinflusst werden.

Da die äußere Form einer Pflanze als Einheit bewahrt und wiederhergestellt wird, immer wenn ein Teil davon zerstört wird, nimmt Francé an, dass es eine bewusste Wesenheit geben muss, die die ganze Form überwacht, eine Intelligenz, die die Pflanze lenkt, entweder von innen oder von außen...

Es liegen nun Beweise vor, die die Schau des Dichters und Philosophen erhärten, dass Pflanzen lebendige, atmende, kommunizierende Geschöpfe seien, die Persönlichkeit und die Attribute einer Seele besitzen. Nur haben wir in unserer Blindheit darauf bestanden, sie als Automaten zu betrachten. Und am erstaunlichsten ist dies: es hat nun den Anschein, dass Pflanzen bereit, willens und fähig sind, gemeinsam mit der Menschheit die Herkules-Arbeit zu unternehmen, diesen Planeten wieder in einen Garten zu verwandeln, und ihn aus jenem Elend und jener Verdorbenheit herauszubringen, die der englische Pionier-Ökologe William Cobbett eine „Geschwulst“ genannt hätte.

Peter Tompkins und Christopher Bird

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Darmowy fragment się skończył.

Gatunki i tagi

Ograniczenie wiekowe:
18+
Data wydania na Litres:
25 maja 2021
Objętość:
158 str. 65 ilustracji
ISBN:
9783937701899
Właściciel praw:
Автор
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