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George Orwell

1984

Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort von Holger Hanowell

Reclam

Englischer Originaltitel: Nineteen Eighty-Four

2020 Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen

Covergestaltung: Anja Grimm Gestaltung

Coverabbildung: © shutterstock.com / atabik yusuf djufni

Gesamtherstellung: Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen

Made in Germany 2021

RECLAM ist eine eingetragene Marke der Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart

ISBN 978-3-15-961860-9

ISBN der Buchausgabe 978-3-15-020635-5

www.reclam.de

Inhalt

 Erster Teil1. Kapitel2. Kapitel3. Kapitel4. Kapitel5. Kapitel6. Kapitel7. Kapitel8. Kapitel

 Zweiter Teil1. Kapitel2. Kapitel3. Kapitel4. Kapitel5. Kapitel6. Kapitel7. Kapitel8. Kapitel9. Kapitel

 Dritter Teil1. Kapitel2. Kapitel3. Kapitel4. Kapitel5. Kapitel6. Kapitel

  Die Prinzipien von Neusprech

  Zu dieser Ausgabe

 NachwortBlowin’ in the WindOrwell: Leben und Werk1984: Entstehung, Themen, SchwerpunkteAktualität und RezeptionAusblick

  Zeittafel

Erster Teil
1

Es war ein klarer, kalter Tag im April, und die Uhren schlugen dreizehn. Winston Smith hatte das Kinn an die Brust gedrückt, um dem hässlichen Wind zu entgehen, und schlüpfte rasch durch die Glastüren des Victory-Wohnblocks, aber nicht rasch genug, um zu verhindern, dass ein Wirbel körnigen Staubs mit hereinwehte.

Im Hausflur roch es nach gekochtem Kohl und alten Fußmatten. An einem Ende des Flurs hatte man ein farbiges Plakat an die Wand geheftet, das für innen eigentlich zu groß war. Darauf war nichts weiter als ein riesiges, mehr als einen Meter breites Gesicht zu sehen: das Gesicht eines Mannes von etwa fünfundvierzig Jahren mit dichtem schwarzem Schnurrbart und ansprechenden, wenn auch schroffen Zügen. Winston steuerte auf die Treppe zu. Es war zwecklos, es mit dem Aufzug zu versuchen. Selbst in seinen besten Zeiten funktionierte er oft nicht, und im Moment wurde der Strom während des Tages abgestellt. Das gehörte zu dem Sparprogramm, das der Hasswoche vorausging. Die Wohnung lag im siebten Stock, und Winston, der neununddreißig war und über dem rechten Sprunggelenk ein Krampfadergeschwür hatte, ging langsam und musste auf dem Weg mehrmals verschnaufen. Auf jedem Treppenabsatz, an der Wand gegenüber vom Aufzugschacht, starrte einen das Plakat mit dem riesigen Gesicht an. Es war eines jener Bilder, die so gestaltet sind, dass die Augen einem überall hin zu folgen scheinen. DER GROSSE BRUDER SIEHT DICH, stand in der Textzeile darunter.

In der Wohnung verlas eine sonore Stimme eine Statistik, die irgendetwas mit der Roheisenproduktion zu tun hatte. Die Stimme kam aus einer rechteckigen Metallplatte, die wie ein blinder Spiegel aussah und rechter Hand in die Wand eingelassen war. Winston drehte an einem Regler, woraufhin die Stimme ein wenig leiser wurde, doch der Wortlaut war immer noch vernehmbar. Man konnte das Gerät (das Telemonitor genannt wurde) zwar leiser stellen, ganz abschalten ließ es sich jedoch nicht. Winston trat ans Fenster: eine eher kleine, zerbrechlich wirkende Gestalt, deren Magerkeit durch den blauen Overall, der zur Einheitskleidung der Partei gehörte, noch betont wurde. Sein Haar war hellblond, sein Gesicht von Natur aus gerötet, seine Haut aufgeraut von grobkörniger Seife und stumpfen Rasierklingen und von der Kälte des Winters, der gerade zu Ende gegangen war.

Die Welt draußen sah selbst durch das geschlossene Fenster kalt aus. Unten auf der Straße wirbelten kleine Windböen Staub und Papierfetzen spiralförmig in die Höhe, und obwohl die Sonne schien und der Himmel ein hartes Blau zeigte, wirkte alles farblos, abgesehen von den Plakaten, die überall hingen. Das Gesicht mit dem schwarzen Schnurrbart blickte von jeder ins Auge fallenden Häuserecke herab. Eines hing an der Hauswand genau gegenüber. DER GROSSE BRUDER SIEHT DICH, lautete der Schriftzug darunter, während sich der dunkle Blick tief in Winstons Augen senkte. Weiter unten, auf Höhe der Straße, flatterte ein anderes, an einer Ecke eingerissenes Plakat unruhig im Wind, so dass das einzige Wort ENGSOZ mal verdeckt und mal zu erkennen war. In weiter Ferne tauchte ein Helikopter zwischen die Dächer, schwebte einen Moment dort wie eine Schmeißfliege und schwirrte dann in weitem Bogen wieder ab. Das war die Polizeistreife, die an den Fenstern der Leute herumschnüffelte. Die Streifflüge waren nicht von Bedeutung. Von Bedeutung war nur die Gedankenpolizei.

Hinter Winstons Rücken plapperte die Stimme aus dem Telemonitor immer noch von Roheisen und der Übererfüllung des Neunten Dreijahresplans. Der Telemonitor empfing und übertrug Daten zur selben Zeit. Jedes Geräusch, das Winston machte und das über ein leises Wispern hinausging, wurde von dem Gerät registriert; darüber hinaus war er zu sehen und zu hören, solange er im Blickfeld der Metallplatte blieb. Man konnte natürlich nicht wissen, ob man gerade beobachtet wurde. Wie oft oder nach welchem System sich die Gedankenpolizei in einzelne Leitungen einschaltete, blieb bloße Spekulation. Es war sogar denkbar, dass jeder rund um die Uhr überwacht wurde. Wie dem auch sei, die Gedankenpolizei war imstande, sich überall einzuschalten, wann immer sie wollte. Man musste ständig in der Annahme leben – man tat es aus Gewohnheit, die zum Instinkt wurde –, dass jedes Geräusch, das man machte, mitgehört und jede Bewegung argwöhnisch verfolgt wurde, außer in der Dunkelheit.

Winston kehrte dem Telemonitor weiterhin den Rücken zu. So war es sicherer; allerdings, und das wusste er genau, gab selbst ein Rücken Dinge preis. In einer Entfernung von einem Kilometer ragte das Ministerium für Wahrheit, sein Arbeitsplatz, riesig und weiß aus der tristen, schmutzigen Landschaft auf. Dies, so dachte er mit einem Anflug von Abscheu – dies war London, die Hauptstadt von Landefeld Eins, welches wiederum die am drittstärksten bevölkerte Provinz Ozeaniens war. Er durchsuchte sein Gedächtnis nach irgendwelchen Kindheitserinnerungen, die ihm hätten verraten können, ob London immer schon so ausgesehen hatte. Hatte es immer schon diese Reihen aus halb verfallenen Häusern aus dem 19. Jahrhundert gegeben, deren Außenwände mit Holzbalken gestützt wurden, deren Fenster mit Hartkarton abgedeckt und deren Dächer mit Wellblech ausgebessert waren, deren schief verlaufende Gartenmauern nach allen Seiten hin absackten? Und die zerbombten Bereiche, in denen Mörtelstaub durch die Luft wirbelte und Nachtkerzen auf Schutthaufen wucherten; und die Stellen, an denen die Bomben ein größeres Areal dem Erdboden gleichgemacht hatten, an denen jetzt schäbige Siedlungen aus hölzernen Verschlägen aus dem Boden geschossen waren, die wie Hühnerställe aussahen? Aber es half nichts, er konnte sich einfach nicht erinnern: Von seiner Kindheit war ihm nichts geblieben außer einer Anzahl gleißender Bilder, die zusammenhanglos auftauchten und zumeist unverständlich waren.

Das Ministerium für Wahrheit – MiniWahr in Neusprech1 – unterschied sich auffallend von allem, was man sonst sah. Es handelte sich um ein riesiges, pyramidenartiges Bauwerk aus leuchtendweißem Beton, das sich, Terrasse um Terrasse, dreihundert Meter hoch in die Luft schraubte. Von dort, wo Winston im Augenblick stand, konnte man gerade noch die drei Parolen der Partei erkennen, die sich in eleganter Schrift von der weißen Fassade abhoben:

KRIEG IST FRIEDEN

FREIHEIT IST SKLAVEREI

UNWISSENHEIT IST STÄRKE

Das Ministerium für Wahrheit besaß, so hieß es, dreitausend Büros über der Erde und eine entsprechende Anzahl weit verzweigter Räumlichkeiten unter der Erde. Verstreut über ganz London gab es nur noch drei andere Bauten von ähnlichem Aussehen und Ausmaß. Diese ließen die umliegenden Gebäude im Stadtbild so klein erscheinen, dass man vom Dach des Victory-Wohnblocks alle vier gleichzeitig sehen konnte. Sie beherbergten die vier Ministerien, die den gesamten Regierungsapparat darstellten. Das Ministerium für Wahrheit, das sich mit dem Nachrichtenwesen, der Unterhaltung, der Bildung und den schönen Künsten befasste. Das Ministerium für Frieden, das für Kriegsangelegenheiten zuständig war. Das Ministerium für Liebe, das Recht und Ordnung aufrechterhielt. Und das Ministerium für Fülle, das für wirtschaftliche Belange verantwortlich war. Ihre Namen lauteten in Neusprech: MiniWahr, MiniPax, MiniLieb und MiniFülle.

 

Das Ministerium für Liebe war die mit Abstand beängstigendste Einrichtung. In dem Gebäude gab es überhaupt keine Fenster. Winston war noch nie im Ministerium für Liebe gewesen, er hatte sich ihm auch nie weiter als auf einen halben Kilometer genähert. Es war unmöglich, diesen Ort zu betreten, außer in dienstlichen Angelegenheiten, aber auch dann musste man erst ein Gewirr aus Stacheldrahtverhauen, Stahltüren und verborgenen Maschinengewehrstellungen überwinden. Selbst in den Straßen, die zu den äußeren Absperrungen führten, gingen gorillagesichtige Wachen in schwarzen Uniformen Streife, bewaffnet mit Schlagstöcken.

Winston drehte sich ruckartig um. Er hatte seiner Miene den Ausdruck eines ruhigen Optimismus verliehen, den man klugerweise präsentierte, wenn man sich dem Telemonitor zuwandte. Er ging quer durch das Zimmer in die winzige Küche. Indem er das Ministerium zu dieser Tageszeit verlassen hatte, hatte er sein Mittagessen in der Kantine geopfert, und ihm war bewusst, dass es in der Küche nichts Essbares gab, abgesehen von dem Stück dunklen Brots, das er sich für das morgige Frühstück aufsparen musste. Aus dem Regal nahm er eine Flasche mit einer klaren Flüssigkeit und einem schlichten, weißen Etikett, auf dem VICTORY GIN stand. Sie verströmte einen widerwärtigen, öligen Geruch, wie chinesischer Reisschnaps. Winston schenkte sich fast eine Teetasse voll davon ein, wappnete sich gegen den Schock und schluckte das Zeug dann wie Medizin hinunter.

Sofort lief sein Gesicht scharlachrot an, Tränen strömten ihm über die Wangen. Das Zeug war wie Salpetersäure, und sobald man es schluckte, hatte man außerdem das Gefühl, als bekäme man einen Schlag auf den Hinterkopf mit einem Gummiknüppel. Im nächsten Moment jedoch hörte das Brennen in seinem Magen auf, und schon sah die Welt rosiger aus. Er nahm eine Zigarette aus einem zerknautschten Päckchen mit dem Aufdruck VICTORY ZIGARETTEN und hielt sie in seiner Unachtsamkeit senkrecht, so dass der Tabak auf den Fußboden krümelte. Bei der nächsten Zigarette hatte er mehr Erfolg. Er ging zurück ins Wohnzimmer und setzte sich an einen kleinen Tisch, der links vom Telemonitor stand. Aus der Tischschublade nahm er einen Federhalter, ein Tintenfässchen und ein dickes, unbeschriebenes Buch im Quartformat mit rotem Rücken und einem marmorierten Einband.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund hing der Telemonitor im Wohnzimmer an einer ungewöhnlichen Stelle. Anstatt ein solches Gerät, wie sonst üblich, an der rückwärtigen, schmaleren Wand zu installieren, von wo aus es den ganzen Raum kontrolliert hätte, hatte man es an der längeren Seite in die Wand eingelassen, genau gegenüber vom Fenster. Auf einer Seite des Telemonitors befand sich eine Nische, in der Winston jetzt gerade saß und die man damals, als die Wohnungen gebaut wurden, vermutlich für Bücherregale vorgesehen hatte. Wenn er in der Nische saß und sich zurücklehnte, konnte Winston außerhalb des Aufnahmebereichs des Telemonitors bleiben, was das Sichtfeld betraf. Natürlich konnte man ihn hören, aber solange er in seiner gegenwärtigen Position blieb, war er nicht zu sehen. Nicht zuletzt der ungewöhnliche Zuschnitt des Zimmers hatte ihn auf die Idee gebracht, die er nun in die Tat umsetzen wollte.

Dazu angeregt hatte ihn aber auch das Buch, das er soeben aus der Schublade genommen hatte. Es war ein selten schönes Buch. Das glatte, cremefarbene Papier, von den Jahren schon ein bisschen vergilbt, besaß eine Qualität, die seit mindestens vierzig Jahren nicht mehr hergestellt wurde. Doch er ahnte, dass das Buch weitaus älter war. Er hatte es im Schaufenster eines muffigen kleinen Ramschladens in einem heruntergekommenen Viertel liegen sehen (in welchem Viertel genau, wusste er nicht mehr) und war sofort von dem überwältigenden Verlangen erfasst worden, dieses Buch zu besitzen. Parteimitglieder sollten gewöhnliche Läden eigentlich nicht betreten (»keine Geschäfte auf dem freien Markt machen«, hieß es), aber diese Vorschrift wurde nicht streng eingehalten, gab es doch verschiedene Artikel wie Schnürsenkel und Rasierklingen, an die man anders nicht herankam. Winston hatte auf der Straße rasch in beide Richtungen geschaut, war dann in den Laden geschlüpft und hatte das Buch für zwei Dollar fünfzig gekauft. Zu jener Zeit war ihm nicht bewusst gewesen, dass er dieses Buch zu irgendeinem bestimmten Zweck brauchte. Mit schlechtem Gewissen hatte er es in seiner Aktentasche nach Hause getragen. Obwohl die Seiten unbeschrieben waren, konnte man durch den Besitz eines solchen Buches in ernste Schwierigkeiten geraten.

Winston war im Begriff, ein Tagebuch anzulegen. Das war an sich nicht illegal (nichts war illegal, da es keine Gesetze mehr gab), aber wenn es herauskam, war ziemlich sicher damit zu rechnen, dass dieses Vergehen mit der Todesstrafe geahndet werden würde, zumindest aber mit fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit. Winston steckte eine Stahlfeder in den Halter und befeuchtete sie mit der Zunge, um den Schmier zu entfernen. Federhalter waren vorsintflutlich und wurden selbst für Unterschriften kaum noch benutzt. Winston hatte sich einen beschafft, heimlich und nicht ohne Schwierigkeiten, einfach aus dem Gefühl heraus, das schöne cremefarbene Papier habe es verdient, mit einer richtigen Feder beschrieben anstatt mit einem Tintenstift bekritzelt zu werden. Eigentlich war er es nicht gewöhnt, mit der Hand zu schreiben. Abgesehen von kurzen Notizen diktierte man für gewöhnlich alles in den Sprechschreiber, der sich natürlich für sein gegenwärtiges Vorhaben nicht eignete. Er tauchte den Federhalter in das Tintenfässchen und hielt einen Moment inne. Ein Ziehen war durch seinen Magen gegangen. Entscheidend war, überhaupt etwas auf dem Papier zu hinterlassen. In kleinen und ungelenken Buchstaben schrieb er:

4. April 1984.

Er lehnte sich zurück. Ein Gefühl vollständiger Hilflosigkeit hatte ihn überkommen. Zunächst einmal wusste er nicht mit Sicherheit, ob dies wirklich das Jahr 1984 war. Es musste ungefähr diese Zeit sein, da er sich recht sicher war, dass er neununddreißig Jahre alt war, und er glaubte, 1944 oder 1945 geboren zu sein; aber heutzutage war es kaum noch möglich, ein Datum genauer als auf ein oder zwei Jahre einzugrenzen.

Für wen, fragte er sich plötzlich, schrieb er dieses Tagebuch überhaupt? Für die Zukunft, für die noch nicht Geborenen. Einen Moment lang kreisten seine Gedanken um das zweifelhafte Datum auf der Seite und stießen dann schlagartig auf das Neusprechwort Doppeldenk. Zum ersten Mal machte er sich die Tragweite seines Handelns bewusst. Wie konnte man mit der Zukunft kommunizieren? Das war naturgemäß unmöglich. Entweder ähnelte die Zukunft der Gegenwart, dann würde sie ihm jedoch nicht zuhören, oder sie wäre ganz anders beschaffen, und dann wäre seine missliche Lage bedeutungslos.

Eine Weile saß er da und starrte dümmlich auf das Papier. Inzwischen hatte der Telemonitor zu schneidender Militärmusik gewechselt. Es war eigenartig, aber offenbar war ihm nicht nur das Vermögen sich auszudrücken abhandengekommen, er hatte darüber hinaus auch vergessen, was er ursprünglich hatte sagen wollen. Seit Wochen hatte er sich auf ebendiesen Moment vorbereitet, und nie war es ihm in den Sinn gekommen, dass dafür irgendetwas anderes als Mut nötig wäre. Das Schreiben an sich würde kein Problem darstellen. Er brauchte ja schließlich nichts weiter zu tun, als den nicht enden wollenden Monolog zu Papier zu bringen, der buchstäblich seit Jahren in seinem Kopf ablief. In diesem Augenblick war jedoch selbst der Monolog versiegt. Außerdem hatte sein Krampfadergeschwür begonnen, unerträglich zu jucken. Er traute sich nicht, sich dort zu kratzen, denn dann entzündete es sich immer. Die Sekunden vergingen. Er nahm nichts weiter wahr als die Leere auf der Seite vor sich, den Juckreiz oberhalb des Sprunggelenks, das Dröhnen der Musik und eine leichte Benommenheit, die vom Gin herrührte.

Plötzlich fing er an, wie panisch zu schreiben, ohne recht zu wissen, was er da eigentlich zu Papier brachte. Seine kleine kindliche Handschrift breitete sich auf der Seite aus, wobei er zuerst auf die Großbuchstaben und zuletzt sogar auf die Interpunktion verzichtete:

4. April, 1984. Gestern Abend im Kino. Nur Kriegsfilme. Darunter ein sehr guter, über ein Schiff voller Flüchtlinge, das irgendwo im Mittelmeer bombardiert wird. Publikum amüsierte sich über Aufnahmen von einem riesengroßen dicken Mann, der versuchte, vor einem Hubschrauber davonzuschwimmen, erst sah man, wie er wie ein Schweinswal durchs Wasser pflügte, dann sah man ihn durchs Zielfernrohr des Hubschraubers, dann war er voller Löcher und das Meer um ihn herum färbte sich rosa und er versank so plötzlich als hätten die Löcher das Wasser hereingelassen, Publikum brüllte vor Lachen als er versank. dann sah man ein rettungsboot voll mit kindern, über dem ein hubschrauber kreiste. da war eine frau mittleren alters vielleicht eine jüdin die am bug saß mit einem jungen von ungefähr drei jahren im arm. kleiner junge schrie vor angst und steckte seinen kopf zwischen ihre brüste als wollte er sich ganz in ihr verkriechen und die frau legte die arme um ihn und tröstete ihn obwohl sie selbst weiß vor angst war, die ganze zeit schützte sie ihn so gut es ging als glaubte sie ihre arme könnten die kugeln von ihm abhalten. dann warf der hubschrauber eine 20-kilo-bombe auf die leute ein wahnsinniges aufblitzen und das boot war nur noch kleinholz. dann war da eine großartige aufnahme von einem kinderarm der hoch hoch hoch und immer höher durch die luft fliegt ein hubschrauber mit kamera in der kanzel muss ihm nachgeflogen sein und es gab eine menge applaus von den parteiplätzen aber eine frau unten wo die proles sitzen fing an stunk zu machen und schrie die hättn doch so was nich vor kindern zeigen solln hätten’s nich tun solln es wär nich richtig vor kindern die hätten’s nich tun solln bis die polizei sie rauswarf sie rausschmiss ich glaube nicht dass ihr was passiert ist keinen kümmert’s was die proles sagen typische prolesreaktion die werden doch nie –

Winston hörte auf zu schreiben, auch deshalb, weil er einen Krampf in der Hand hatte. Er wusste nicht, was ihn dazu veranlasst hatte, diesen Haufen Müll auszuschütten. Das Eigenartige daran war, dass sich währenddessen eine vollkommen andere Erinnerung in seinem Geist so klar materialisiert hatte, dass er sich fast in der Lage fühlte, sie aufzuschreiben. Wegen dieses anderen Vorfalls, das wurde ihm jetzt bewusst, hatte er mit einem Mal beschlossen, nach Hause zu gehen und an diesem Tag mit dem Tagebuch zu beginnen.

Alles hatte an diesem Morgen im Ministerium seinen Lauf genommen, falls man bei so einer verworrenen Sache überhaupt davon sprechen kann, dass sie ihren Lauf nimmt.

Es war kurz vor elf Uhr, und in der Dokumentationsabteilung, in der Winston arbeitete, zogen sie die Stühle aus den Arbeitsnischen und gruppierten sie in der Mitte des großen Raums, gegenüber vom großen Telemonitor, zur Vorbereitung für den Zwei-Minuten-Hass. Winston war gerade im Begriff, in einer der mittleren Reihen Platz zu nehmen, als zwei Personen, die er zwar vom Sehen kannte, mit denen er aber nie gesprochen hatte, unerwartet den Raum betraten. Bei der einen Person handelte es sich um eine junge Frau, der er oft auf den langen Fluren begegnete. Er wusste nicht, wie sie hieß, dafür wusste er aber, dass sie in der Abteilung für Fiktion arbeitete. Vermutlich hatte sie einen Job als Mechanikerin an einer der Romanmaschinen, denn manchmal hatte er sie mit ölverschmierten Händen und einem Schraubenschlüssel gesehen. Die junge Frau machte einen forschen Eindruck, war ungefähr siebenundzwanzig, hatte volles dunkles Haar, ein sommersprossiges Gesicht, und all ihre Bewegungen wirkten flink und athletisch. Eine schmale scharlachrote Schärpe, das Abzeichen des Junioren-Anti-Sex-Bunds, schlang sich auf Taillenhöhe mehrmals um ihren Overall, gerade fest genug, um ihre wohlgeformten Hüften zur Geltung zu bringen. Winston hatte sie vom ersten Augenblick an nicht ausstehen können. Er wusste auch, warum. Es lag an der Atmosphäre von Hockeyplätzen, kalten Bädern, verordneten Gruppenwanderungen und der allgemeinen Saubermann-Mentalität, die sie immerzu nach außen kehrte. Frauen mochte er im Grunde fast alle nicht, schon gar nicht die jungen und hübschen. Vor allem Frauen, insbesondere die jungen, gehörten zu den bigottesten Anhängern der Partei; sie hatten die Parolen verinnerlicht, betätigten sich als Amateurspitzel und schnüffelten herum, ob jemand von der Parteilinie abwich. Aber bei dieser jungen Frau hatte er das Gefühl, dass sie gefährlicher war als die meisten anderen. Als sie sich einmal auf dem Flur begegnet waren, hatte sie ihn im Vorübergehen mit einem verstohlenen Blick gemustert, der ihn zu durchbohren schien und einen Moment lang mit blankem Entsetzen erfüllt hatte. Ihm war sogar der Gedanke gekommen, sie könnte eine Agentin der Gedankenpolizei sein. Allerdings war das eher unwahrscheinlich. Dennoch verspürte er weiterhin ein seltsames Unbehagen, in das sich sowohl Furcht als auch Feindseligkeit mischte, sobald die Frau in seine Nähe kam.

 

Die andere Person war ein Mann namens O’Brien, Mitglied der Inneren Partei, der einen so wichtigen und unerreichbaren Posten innehatte, dass Winston davon nur eine vage Vorstellung hatte. Eine kurze Stille überkam die Leute bei den Sitzplätzen, als sie jenes Mitglied der Inneren Partei im schwarzen Overall hereinkommen sahen. O’Brien war ein großer stämmiger Mann mit Stiernacken und einem groben, launischen, brutalen Gesicht. Trotz seiner furchteinflößenden Erscheinung besaß er einen gewissen Charme. Er hatte die Angewohnheit, sich die Brille auf der Nase zurechtzurücken, eine Geste, die seltsam entwaffnend wirkte – und unerklärlicherweise seltsam kultiviert. Falls noch irgendwer in solchen Kategorien gedacht hätte, hätte man bei dieser Geste an einen Adligen des 18. Jahrhunderts denken mögen, der seine Schnupftabakdose anbot. Winston hatte O’Brien vielleicht ein Dutzend Mal in etwa ebenso vielen Jahren zu Gesicht bekommen. Er fühlte sich stark zu ihm hingezogen, und das lag nicht allein daran, dass ihn der Kontrast zwischen O’Briens weltmännischem Auftreten und seiner Preisboxer-Statur faszinierte. Vielmehr hegte er heimlich die Überzeugung – vielleicht war es keine Überzeugung, sondern nur eine Hoffnung –, dass O’Briens politische Rechtgläubigkeit nicht vollkommen war. Etwas in seinen Gesichtszügen legte diese Vermutung unwiderstehlich nahe. Aber vielleicht stand in diesem Gesicht gar keine Unangepasstheit, sondern einfach nur Intelligenz. Wie dem auch sei, er wirkte wie ein Mensch, mit dem man reden könnte, wenn es einem nur gelänge, den Telemonitor auszutricksen und O’Brien unter vier Augen zu sprechen. Winston hatte nie den kleinsten Versuch unternommen, seine Vermutung zu bestätigen: Es gab ohnehin keine Möglichkeit, dies zu tun. In diesem Moment warf O’Brien einen Blick auf seine Armbanduhr, sah, dass es fast elf Uhr war, und beschloss offensichtlich, in der Dokumentationsabteilung zu bleiben, bis der Zwei-Minuten-Hass beendet war. Er setzte sich auf einen Stuhl in derselben Reihe wie Winston, nur wenige Plätze von ihm entfernt. Eine kleine hellblonde Frau, die in der Arbeitsnische neben Winston arbeitete, saß zwischen ihnen. Die junge Frau mit dunklen Haaren saß unmittelbar hinter ihm.

Im nächsten Moment brach aus dem großen Telemonitor am Ende des Raums ein grässliches, knirschendes Kreischen, als würde eine monströse Maschine ohne Öl anlaufen. Dieses Geräusch ging einem durch Mark und Bein, die Nackenhaare sträubten sich. Das Hassritual hatte begonnen.

Wie immer war das Gesicht von Emmanuel Goldstein, dem Feind des Volkes, blitzartig auf dem Schirm erschienen. Vereinzelt war ein Zischen im Publikum zu hören. Die kleine hellblonde Frau quiekte aus Furcht und Abscheu zugleich. Goldstein war der Renegat und Abtrünnige, der früher, vor langer Zeit (wie lange das her war, wusste niemand mehr) einer der führenden Männer der Partei gewesen war, fast auf einer Stufe mit dem Großen Bruder, und der sich dann an konterrevolutionären Machenschaften beteiligt hatte, zum Tode verurteilt wurde, dann jedoch auf mysteriöse Weise entkommen und verschwunden war. Das Programm des Zwei-Minuten-Hasses wechselte von Tag zu Tag, es gab aber keine Sendung, in der Goldstein nicht die Hauptfigur gewesen wäre. Er war der Urverräter, der Erste, der die Reinheit der Partei befleckt hatte. Alle nachfolgenden an der Partei verübten Verbrechen, alle Fälle von Verrat, alle Sabotageakte, Ketzereien und Abweichungen hatten ihren Ursprung in seinen Lehren. Irgendwo lebte er noch und plante weitere Verschwörungen: Vielleicht irgendwo jenseits des Meeres, protegiert von seinen ausländischen Geldgebern, vielleicht sogar – so ging gelegentlich das Gerücht – in einem Versteck in Ozeanien selbst.

Winstons Zwerchfell krampfte sich zusammen. Wann immer er das Gesicht von Goldstein sah, verspürte er einen schmerzlichen Widerstreit der Gefühle. Goldstein hatte ein hageres jüdisches Gesicht, einen breiten, zotteligen Kranz weißer Haare und ein Ziegenbärtchen – ein kluges Gesicht, das doch irgendwie verabscheuungswürdig war, dessen lange schmale Nase, auf deren Spitze eine Brille saß, den Eindruck alberner Senilität vermittelte. Es erinnerte an das Gesicht eines Schafs, und auch die Stimme besaß etwas Schafartiges. Goldstein trug seinen üblichen, in giftigem Ton gehaltenen Angriff auf die Parteidoktrinen vor – einen Angriff, der so überzogen und widersinnig war, dass sogar ein Kind ihn hätte durchschauen können, aber andererseits glaubwürdig genug, um in einem das alarmierende Gefühl wachzurufen, dass andere Leute, die nicht so besonnen waren wie man selbst, darauf hereinfallen könnten. Er beschimpfte den Großen Bruder, er prangerte die Parteidiktatur an, er forderte sofortige Friedensverhandlungen mit Eurasien, er plädierte für die Rede-, Presse-, Versammlungs- und Gedankenfreiheit, er schrie hysterisch, die Revolution sei verraten worden – und das alles in einer hektischen, vielsilbigen Redeweise, die eine Art Parodie auf den üblichen Stil der Redner der Partei war und sogar einige Neusprechwörter enthielt: tatsächlich mehr Neusprechwörter, als irgendein Parteimitglied normalerweise im richtigen Leben benutzen würde. Und die ganze Zeit über zogen – falls man noch den geringsten Zweifel hatte, was Goldsteins trügerische Phrasendrescherei in Wahrheit überdeckte – hinter seinem Kopf auf dem Telemonitor die schier endlosen Marschkolonnen der eurasischen Armee vorüber – Reihe um Reihe robust aussehender Männer mit ausdruckslosen asiatischen Gesichtern, die auf dem Schirm auftauchten und wieder verschwanden, um durch andere ersetzt zu werden, die genau gleich aussahen. Das dumpfe, rhythmische Stampfen der Armeestiefel erzeugte die Geräuschkulisse zu Goldsteins blökender Stimme.

Das Hassritual dauerte noch kaum eine halbe Minute, als die Hälfte der Leute im Raum in unkontrolliertes Wutgeschrei ausbrach. Das selbstgefällige Schafsgesicht auf dem Schirm und die beängstigende Macht der Eurasischen Armee im Hintergrund waren nicht mehr auszuhalten: Außerdem erzeugte Goldsteins Anblick oder auch nur der Gedanke an ihn automatisch Angst und Zorn. Er war ein beständigeres Hassobjekt als Eurasien oder Ostasien, denn wenn Ozeanien mit einer dieser Mächte Krieg führte, befand es sich für gewöhnlich mit der anderen im Frieden. Eigenartig war nur, dass, obwohl Goldstein von allen gehasst und verachtet wurde, obwohl seine Theorien jeden Tag und tausendfach am Tag auf Rednertribünen, auf dem Telemonitor, in Zeitungen und in Büchern widerlegt, auseinandergenommen, lächerlich gemacht und in aller Öffentlichkeit als der armselige Schwachsinn entlarvt wurden, der sie waren – dass trotz alledem Goldsteins Einfluss nie abzunehmen schien. Ständig gab es neue Leichtgläubige, die nur darauf warteten, von ihm verführt zu werden. Kein Tag verging, an dem nicht irgendwelche Spione und Saboteure, die auf seine Anordnung hin handelten, von der Gedankenpolizei entlarvt worden wären. Goldstein war der Kommandeur einer riesigen Schattenarmee, eines Netzwerks von Verschwörern im Untergrund, das sich dem Sturz der Regierung verschrieben hatte. Das Netzwerk bezeichnete sich offenbar als »Die Bruderschaft«. Im Flüsterton erwähnte man auch ein schreckliches Buch, ein Kompendium sämtlicher Irrlehren, dessen Verfasser Goldstein sei und das hier und dort heimlich zirkuliere. Es war ein Buch ohne Titel. Wenn die Leute überhaupt davon sprachen, dann nur von dem Buch. Aber von solchen Dingen wusste man lediglich über vage Gerüchte. Weder die Bruderschaft noch das Buch war ein Thema, das ein gewöhnliches Parteimitglied erwähnte, falls es sich vermeiden ließ.

In der zweiten Minute steigerte sich das Hassritual zur Raserei. Die Leute sprangen an ihren Plätzen auf und nieder und schrien aus vollem Halse, um die blökende Stimme zu übertönen, die aus dem Schirm kam und einen in den Wahnsinn trieb. Die kleine hellblonde Frau war rot angelaufen, ihr Mund öffnete und schloss sich wie bei einem Fisch an Land. Selbst O’Briens breites Gesicht war gerötet. Er saß stocksteif auf seinem Platz, und sein mächtiger Brustkorb hob und senkte sich zitternd, als stemme er sich gegen eine aufbrandende Welle. Die junge dunkelhaarige Frau hinter Winston hatte begonnen, »Schwein! Schwein! Schwein!« zu schreien, packte plötzlich ein schweres Neusprechlexikon und schleuderte es gegen den Schirm. Dort traf es Goldstein auf Nasenhöhe und prallte ab; unerbittlich plärrte die Stimme in einem fort. In einem lichten Moment merkte Winston, dass er mit den anderen schrie und mit dem Absatz seines Schuhs fest gegen die Querleiste seines Stuhls trat. Das Schreckliche am Zwei-Minuten-Hass war nicht, dass man verpflichtet war mitzumachen, sondern vielmehr, dass man sich der Sogwirkung gar nicht entziehen konnte. Schon nach einer halben Minute verstellte sich keiner mehr. Eine grässliche Ekstase aus Angst und Rachsucht, ein Verlangen, zu töten, zu foltern und Gesichter mit einem Vorschlaghammer zu zertrümmern, schien die ganze Gruppe wie elektrischer Strom zu durchfließen und verwandelte einen gegen seinen Willen in einen grimassierenden, schreienden Wahnsinnigen. Und trotzdem war der Zorn, den man verspürte, eine abstrakte, ziellose Gefühlsregung, die man wie die Flamme einer Lötlampe von einem Gegenstand auf den anderen richten konnte. Deshalb galt Winstons Hass einen Moment lang überhaupt nicht Goldstein, sondern vielmehr dem Großen Bruder, der Partei und der Gedankenpolizei; und in solchen Momenten fühlte er von Herzen mit dem einsamen, verhöhnten Ketzer auf dem Schirm, dem einzigen Hüter der Wahrheit und Vernunft in einer Welt voller Lügen. Trotzdem war er schon im nächsten Moment eins mit den Leuten um ihn herum, und all das, was über Goldstein gesagt wurde, schien ihm wahr zu sein. In solchen Momenten verwandelte sich sein geheimer Abscheu vor dem Großen Bruder in Bewunderung, und der Große Bruder schien alles zu überragen, wie ein unbesiegbarer, furchtloser Schutzherr, der wie ein Fels gegen die Horden aus Asien stand, und dann erschien ihm Goldstein trotz seiner Isolation, seiner Hilflosigkeit und trotz der Zweifel an seiner Existenz wie ein böser Hexenmeister, der schon allein mit seiner machtvollen Stimme imstande war, das Gefüge der Zivilisation zu zerstören.